Sozialpolitik aktuell in Deutschland

Wenn die Alterssicherungskommission morgen ihren Bericht vorlegt, wird sie gemäß ihres Auftrags auch Vorschläge für ein Gesamtversorgungsniveau* machen. Dieses Gesamtversorgungsniveau soll "eine Lebensstandardsicherung im Alter gerade für kleine und mittlere Einkommen" ermöglichen. Die Vorschläge werden mit Interesse erwartet, denn viele Menschen leben im Alter nur von der gesetzliche Rente - insbesondere in Ostdeutschland - und die dürfte angesichts sinkender Standardrenten nicht immer den Lebensstandard sichern.
Die Rentenkommission wird ihre Vorschläge zu Strukturreformen sicher in Kenntnis der Gesamteinkommen im Alter formulieren. Die Verteilung weist eine enorme Spannbreite auf: 41 % aller westdeutschen alleinstehenden Frauen, die im Jahr 2023 älter als 65 Jahre alt waren, mussten mit weniger als 1.500 Euro im Monat auskommen - vor Steuern und Sozialabgaben wohlbemerkt. In Ostdeutschland konzentrieren sich die Haushaltseinkommen von Älteren überwiegend auf den mittleren Einkommensbereich zwischen 1.750 Euro und 2.500 Euro. 36 % aller westdeutschen Ehepaare dagegen hatten nach eigenen Angaben 4.000 Euro und mehr monatlich zur Verfügung. Damit ist offensichtlich, dass vor allem für kleine und mittlere Einkommen die Möglichkeiten verbessert werden sollten, eine umfänglichere Alterssicherung aufzubauen.

*Das Gesamtversorgungsniveau im Alter beschreibt alle Alterseinkünfte - aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge  - im Verhältnis zum vorherigen Nettoeinkommen und ist damit eine Kennzahl für den Lebensstandard im Ruhestand.

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